Dieser Bericht ist die Originalfassung eines Artikels für die cq-DL 7/2001. Da dieser gekürzt wurde, vor allem wurden wichtige Bilder weggelassen, wird hier der von mir ursprünglich eingereichte Artikel aufgeführt. 8-Element-Yagi
für 2m in 28-Ohm-Technik Nachdem
die Grundlagen für die 28-Ohm-Technik schon beschrieben wurden [1],soll nun
eine erprobte Antenne zum Nachbau vorgestellt werden. Diese Antenne wird als
vertikal gestockte 2er-Gruppe für Portabelbetrieb und Fielddays im OVF28
eingesetzt und wurde bisher noch nicht in der Literatur beschrieben. |
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Bild 15
Die Gesamtansicht der Antenne |
Elektrische
Daten Angestrebtes
Ziel war, bei einer Boomlänge knapp über 2Lambda einen Gewinn von12dBd zu
erreichen. Dazu sind nur 8 Elemente notwendig, deutlich weniger als bei den
meisten kommerziell angebotenen Antennen, was bei Vergleichen zu beachten ist.
Möglich wird dies durch einen schnellen Übergang auf maximal mögliche
Direktorabstände [3]. Da die Antenne nur für SSB und CW eingesetzt wird, sind die Daten für die untere Bandhälfte optimiert. Zwischen 144 und 145MHz liegt das SWR unter 1,2, darüber steigt es bis auf 1,8 am oberen Bandende an. Die Rückdämpfung ist mit 22dB recht ordentlich, ein noch besseres Richtdiagramm hätte eine Gewinnminderung oder schlechteren Anpassungsverlauf zur Folge gehabt. Die von "YO" [2] geplotteten Daten wurden meßtechnisch überprüft, soweit es mit Amateurmitteln möglich ist. Dazu wurde das Richtdiagramm mit dem in [3] beschriebenen Verfahren aufgenommen. Eine weitere Analyse mit "EZNEC" [4] bestätigt die Werte recht genau. Alle
wichtigen Eigenschaften werden in den Abbildungen 1-4 zusammengefaßt. Sie
zeigen Gewinnverlauf, Anpassung ("SWR-Kurve"), Rückdämpfung und
den reellen Wert des Fußpunktwiderstandes Z im Bereich zwischen 144 und
145MHz. Er hat genau 28Ohm +/-j0 bei 144,3MHz. |
Bild 1: Gewinn in dBd Bild 2: Anpassungsverlauf
Bild 3: Front/Rear-Verhältnis in dB Bild 4: Fußpunktimpedanz des Strahlers
Die
von "YO" geplotteten Richtdiagramme gelten für Montage mit
horizontaler Polarisation. Bild 5 zeigt das Azimuthdiagramm (E-Ebene), das mit
Amateurmitteln vermessen und überprüft wurde. Aus Bild 6 geht das
Elevationsdiagramm (H-Ebene) hervor. Mit Hilfe von "EZNEC" wurde das
räumliche Strahlungsfeld ermittelt (Bild 7). |
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Bild 5: Horizontales Richtdiagramm (Azimuth) |
Bild 6: Vertikales Richtdiagramm (Elevation) |
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Bei
eventuellen Vergleichen mit den Darstellungen für andere Antennen ist zu berücksichtigen,
daß manche Hersteller eine lineare Polarkoordinatendarstellung bevorzugen.
Dabei sehen Neben- und Rückkeulen viel freundlicher aus, obwohl sie meist
viel größer sind als bei der hier beschriebenen Antenne! Die Bilder 5-7
haben einen logarithmischen Maßstab, damit gerade diese Nebenzipfel
deutlicher erkennbar sind. |
Bild 7: Die gesamte Strahlungscharakteristik in räumlicher 3D-Darstellung (Maßstab logarithmisch!) (EZNEC-Plot)
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Die
Anpassung an den Koaxkabelwiderstand von 50Ohm wird mit zwei parallelen
75-Ohm-CATV-Kabeln von 420 mm Länge (Maß der Abschirmung) durchgeführt.
Dieses Kabelstück dient als Viertelwellentransformationsglied und als
Mantelwellensperre, da es einen vereinfachten Sperrtopf darstellt (Bild 8).
Bei dem Kabel wurde ein Verkürzungsfaktor von 0,81 für
Schaumstoff-Dieelektrikum zugrundegelegt. Bei Einsatz anderer Kabel (Voll-PE
V=0,667 oder Teflon V=0,7) muß unbedingt der korrekte Verkürzungsfaktor
bekannt sein! |
Bild 8: Schema der DK7ZB-Anpassung |
Bild 9: Elementbefestigung |
Der
mechanische Aufbau Als
Boom wird ein Alu-Vierkantrohr 20x20x1,5mm mit 4,37m Länge verwendet. Dabei
ist kein Unterzug und auch keine Abspannung notwendig. Die parasitären
Elemente bestehen aus 8x1mm Alurohr, der Strahler aus 12x1mm. Dies minimiert
Skineffekt- und ohmsche Verluste und schafft eine ausreichende Breitbandigkeit,
um die Nachbautoleranzen nicht zu kritisch werden zu lassen. Reflektor
und Direktoren werden mit Polyamid-Haltern der Fa. Konni [5] und
3mm-V2A-Schrauben befestigt. Dazu finden nur die preiswerten Unterteile
Verwendung (Bild 9). Dies ist dieselbe Befestigungstechnik, wie sie bei den
Yagis der Fa. Wimo [6] verwendet wird. Andere Befestigungsvarianten bedingen
grundsätzlich andere Elementlängen, weshalb davon abgeraten wird. Bild
10 zeigt die Elementlängen und -abstände. Die angegebenen Maße beziehen
sich auf die Elementmitte und damit auf die zu bohrenden 3mm-Löcher. Es
handelt sich bei den Längen der Direktoren 5 und 6 nicht um einen Druckfehler,
dies muß wegen möglicher Mißverständnisse klargestellt werden. Die Ursache
liegt in der Optimierung des Stromprofils (Bild 11). Die theoretischen
Grundlagen dazu werden in [3] erläutert. |
Längen der Elemente, alle Parasitärelemente 8 mm Durchmesser
R |
S (12mm) |
D1 | D2 | D3 | D4 | D5 | D6 |
1006 mm | 962 mm | 942 mm | 916 mm | 901 mm | 891 mm | 893 mm | 897 mm |
Längen der Elemente, alle Elemente 10mm Durchmesser
R |
S (10mm) |
D1 | D2 | D3 | D4 | D5 | D6 |
1003 mm | 966,5 mm | 936 mm | 909 mm | 894 mm | 883 mm | 885 mm | 890 mm |
Abstände, vom Reflektorende her als absolute Entfernungen angegeben
R |
S |
D1 | D2 | D3 | D4 | D5 | D6 |
0 mm | 420 mm | 740 mm | 1320 mm | 2040 mm | 2840 mm | 3680 mm | 4340 mm |
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Bild 11: Stromprofil Current profile |
Der
Strahler ist in der Mitte unterbrochen, es wird ein Stück
Isolierstoff-Rundmaterial zur mechanischen Verstärkung eingefügt. Wegen des
niedrigen Fußpunktwiderstandes ist das Material nicht zu kritisch (Hart-PVC
oder GFK aus dem Modellbau-Bereich). Der Abstand beträgt 12mm, die gesamte
angegebene Strahlerlänge bezieht sich auf das Maß von Spitze zu Spitze. |
Bild 13: Anschlußdose von oben |
Bild 14: Anschlußdose von unten |
Zur
Montage von Anpaßkabel und Buchse eignet sich gut eine
Elektroinstallationsdose IP54. Um dem Nachbauer die Mechanik deutlich zu
machen, zeigen die Bilder 12 und 13 die geöffnete Dose von der Oberseite und
die Unterseite. Wichtig für die Mantelwellensperre ist, daß die Koaxbuchse
(N-Norm) durch zwei Lötfahnen und eine selbstschneidende V2A-Schraube so kurz
wie möglich am Boom geerdet wird. Um
sicher zu gehen, daß die Anpaßleitung richtig bemessen wurde, ist ein Prüfen
vor dem Anschluß des Strahlers zu empfehlen. Dazu wird ein Abschlußwiderstand
von 28Ohm, gebildet aus 2x56Ohm-Widerständen (2Watt, Metalloxidschicht)
eingesetzt. Das andere Ende des Transformationskabels wird schon an die
geerdete Koaxbuchse angeschlossen. Zwischen 144 und 145MHz darf kein Rücklauf
meßbar sein. Wer ein im Frequenzbereich erweitertesb Handfunkgerät zur Verfügung
hat, kann sehr gut durch Interpolation die exakte Arbeitsfrequenz bestimmen.
Die Proportionen der 8-Element-Yagi ergeben sich aus Bild 14. Eventueller
Abgleich Dieser beschränkt sich nur auf eine mögliche Längenkorrektur beim Strahlerelement, die durch die individuelle Mechanik bedingt sein kann. Dazu sollte zunächst jede Elementhälfte 2mm länger gelassen werden. Dann wird in der Betriebshöhe (mindestens 3m über Grund, freie Umgebung) das SWR aufgenommen. Durch vorsichtiges Verkürzen der Enden (Abfeilen) sollte ein Ergebnis praktisch ohne Rücklauf in der unteren Bandhälfte möglich sein. Sollte ein deutlich höheres SWR vorliegen, kann nur ein Fehler in den Längen oder Abständen vorliegen. Diese sind noch einmal genau zu überprüfen. Ein Verändern der Parasitärelemente ist in diesem Fall sinnlos und schadet dem Antennensystem! Abschließende
Betrachtungen Beim
Vergleich des Gewinns von 12dBd mit den Angaben bei käuflichen Antennen
sollte man Vorsicht walten lassen. Auch wenn seriöse Hersteller ihre in der
Vergangenheit zum Teil weit übertriebenen Gewinnangaben nach unten korrigiert
haben, halten sie einer Überprüfung mit YO oder EZNEC meist nicht stand. Eine
gute Möglichkeit, den zu erwartenden Maximalgewinn bei vorgegebener Boomlänge
bei Yagis zu bestimmen, bietet eine Formel von Tom Ring, WA2PHW, die sich
durch Analyse vieler Hochgewinn-Yagis ergeben hat: G
= 10 * log(5,4075 * B + 4,25) Dazu
wird für B die Boomlänge in Lambda eingesetzt und es werden gut leitfähige
Elementmaterialien wie Aluminium zugrundegelegt. Ab einer Länge von 2 Lambda
ergibt die Formel eine realistische Aussage. Keineswegs immer wird dieser Wert
erreicht, weil ein schlechtes Design oder HF-technisch ungeeignete Materialen
für die Elemente verwendet werden, wie z.B. sehr dünner Edelstahl. Die hier
vorgestellte Yagi liegt 0,1dB über dem WA2PHW-Wert. Einen objektiven
Vergleich bietet die VE7BQH-Liste [7], in der viele bekannte Yagis aufgeführt
sind. Literatur: [2]
PC-Programm "YO" (Version 7.2) von Brian Beezley (K6STI), [3]
Steyer, M. (DK7ZB): Konstruktionsprinzipien für UKW-Hochgewinn-Yagi- [4]
PC-Programm "EZNEC" (Version 3.0.9) von Roy Lewallen (W7EL), [5]
Fa. KONNI, Michelrieder Str. 8, 97839 Esselbach [6]
Fa. WIMO, Am Gäxwald 14, 76863 Herxheim [7]
Edwards, L. (VE7BQH): VE7BQH-G/T-Chart, Issue 28, Internet |